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Häufigste Fehler

Die 5 häufigsten Riester-Fehler

Was Bestandskunden zur Altersvorsorge-Reform 2027 und der staatlichen Förderung wissen sollten.

Dr. Marco Adelt
In über 20 Jahren in der Versicherungsbranche habe ich gelernt: Bei Riester werden Fehler meist nicht aus Bosheit gemacht, sondern aus Unwissen. Einer davon allein kostet Tausende Euro staatliche Förderung. Wer die fünf häufigsten kennt, kann seinen Vertrag besser einordnen, mit oder ohne Berater.
Dr. Marco Adelt · Gründer von LOYAGO
Alle Fehler im Überblick
Fehler 1

Zulage nicht voll ausschöpfen.

Nur jeder zweite Riester-Sparer holt seine volle Förderung ab. Im neuen System ab 2027 stehen sogar bis zu 540 Euro statt 175 Euro auf dem Spiel.

Die volle staatliche gibt es im alten System nur, wenn Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen. Zahlen Sie weniger, wird die Zulage anteilig gekürzt. Daten des Bundesfinanzministeriums zeigen: Nur 50 Prozent aller Sparer holen ihre volle Förderung ab, jeder vierte bekommt sogar weniger als die Hälfte.

Im neuen System ab 2027 wird die Förderlogik einfacher: Pro eingezahltem Euro gibt es bis zu 50 Cent Grundzulage, maximal 540 Euro pro Jahr. Das Einkommen spielt keine Rolle mehr. Wer schon im alten System zu wenig einzahlt, verschenkt im neuen umso mehr Förderung.

Ein kurzer Check zeigt, wo Ihr Vertrag heute steht und was Sie im neuen System bekommen würden.

50 % aller Riester-Sparer holen ihre volle nicht ab.

Fehler 2

Beiträge nicht regelmäßig anpassen.

Im alten Riester steigt mit dem Gehalt der Mindestbeitrag für die volle , im neuen System ab 2027 ist die Förderung direkt an den Beitrag gekoppelt. Wer nicht anpasst, verschenkt in beiden Welten Geld.

Bei Vertragsabschluss vor 15 oder 20 Jahren wurde der Beitrag oft am damaligen Einkommen ausgerichtet. Wer 2007 mit 25.000 Euro Jahresgehalt gestartet ist und heute 45.000 Euro verdient, müsste den Beitrag fast verdoppelt haben, um die volle Förderung zu behalten. In der Realität passiert das selten, weil der Vertrag im Hintergrund läuft und niemand aktiv darauf hinweist.

Im neuen System ab 2027 dreht sich die Logik: Die Zulage hängt dann direkt am Beitrag, nicht mehr am Einkommen. Wer die volle von 540 Euro will, muss 1.800 Euro pro Jahr einzahlen, also 150 Euro im Monat. Eine einfache Beitragsanpassung kann diesen Effekt sofort beheben.

150 Euro pro Monat ab 2027 für die volle .

Fehler 3

Vertrag jahrelang ruhen lassen.

Rund drei Millionen Riester-Verträge in Deutschland sind beitragsfrei gestellt, das ist fast jeder fünfte Vertrag. Auslöser sind meist Elternzeit, ein Wechsel in Teilzeit oder ein neuer Job, bei dem der alte Vertrag in Vergessenheit gerät. Solange kein Beitrag fließt, gibt es auch keine Zulagen mehr.

Bei einer Mutter mit zwei Kindern, die nach 2008 geboren sind, fallen so 175 Euro plus 600 Euro weg, jedes Jahr. Das angesparte Kapital ist nicht verloren, sondern eingefroren, es wächst aber praktisch nicht weiter.

Mit der entstehen neue Möglichkeiten: Beiträge wieder aufnehmen, das Kapital in ein günstigeres neues Produkt übertragen oder den Vertrag im alten System weiterlaufen lassen. Eine ist fast immer die schlechteste Option, weil dann auch die bisher erhaltenen Zulagen zurückgezahlt werden müssen.

Bis zu 775 Euro staatliche Zulagen pro Jahr ungenutzt.

Drei Millionen ruhende Riester-Verträge in Deutschland zeigen, wie schnell ein Vertrag aus dem Blick gerät. Genau das ist der Moment, in dem unbemerkt Geld für die eigene Rente liegen bleibt.
Andreas Aufermann · Rentenexperte bei LOYAGO

Wie viel staatliche Förderung steht Ihnen wirklich zu?

Prüfen Sie in 2 Minuten, welche Zulage Sie im alten und im neuen System erhalten würden.

Zum Förderrechner
Fehler 4

Garantiezins beim Wechsel verlieren.

Klassische Riester-Verträge garantieren bis zu 3,25 Prozent Zins, weit über dem heutigen Marktniveau. Ein falscher Wechsel kostet diesen Vorteil dauerhaft.

Klassische Riester-Rentenversicherungen aus den Jahren 2002 und 2003 garantieren bis zu 3,25 Prozent Zins auf den . Wer einen frühen Vertrag hält, hat damit oft eine Konditionsgarantie, die am heutigen Markt nicht mehr erreichbar ist. Zwei Punkte sind wichtig: Der gilt nur für klassische Verträge, nicht für fondsgebundene. Und er bezieht sich auf den Sparanteil, nicht auf den eingezahlten Bruttobeitrag.

Die schafft zwei Wechsel-Wege: Beim reinen bleibt der Altvertrag mit allen Konditionen bestehen, nur die Förderung läuft im neuen System weiter. Bei einer wandert das gesamte Kapital in ein neues Produkt, der Garantiezins entfällt dabei. Diese Unterscheidung kennt fast niemand, und sie entscheidet, ob ein wertvoller Altvorteil erhalten bleibt.

Bis zu 3,25 Prozent in frühen Verträgen.

Fehler 5

Kündigen, statt zu übertragen.

Eine kostet rückwirkend alle Zulagen und Steuervorteile. Bei einer Übertragung ab 2027 bleibt die komplette Förderung erhalten.

Eine Kündigung der gilt steuerlich als . Sämtliche Zulagen und Steuervorteile aus der gesamten Vertragslaufzeit müssen an den Staat zurückgezahlt werden. Bei einer Mutter mit zwei Kindern, die 18 Jahre lang die volle Förderung bekommen hat, kommen schnell 8.000 bis 10.000 Euro zusammen.

Mit der gibt es eine deutlich günstigere Alternative: Das angesparte Kapital lässt sich formlos in ein neues, gefördertes Produkt übertragen. Der bisherige Anbieter muss nicht zustimmen, und alle bisher erhaltenen Zulagen bleiben erhalten. Wer nur die Förderung ins neue System überführen will, ohne den Altvertrag aufzugeben, kann den reinen wählen.

= bis zu 10.000 Euro Rückzahlung an den Staat.

FAQ

Häufige Fragen

Bestehende Verträge bleiben unverändert erhalten. Es gibt keine automatische Umstellung, jeder Sparer entscheidet selbst, ob er weiterführt, beitragsfrei stellt oder das Kapital ins neue System überträgt.

Ja. Der gilt unbefristet. Ob das die wirtschaftlich beste Lösung ist, hängt vom Vertragstyp, den Kosten und dem ab.

Ein formloses Schreiben an den bisherigen Anbieter genügt, dessen Zustimmung ist nicht nötig. Alle bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, der Vertrag wird sauber in ein neues, gefördertes Produkt überführt.

Drei Faktoren entscheiden: Wie hoch sind die laufenden Kosten, wie hoch ist der , und wie viel Förderung holen Sie tatsächlich ab. Der Förderrechner gibt einen ersten Überblick, ein Vertragsdetail-Check schafft Klarheit.

Wir sind IHK-zertifizierte Versicherungsexperten, die den Markt seit über 25 Jahren aus der Praxis kennen. Versicherer-Kalkulationen, das Kleingedruckte und die entscheidenden Unterschiede zwischen über 100 Anbietern in Deutschland sind unser tägliches Handwerk.

Persönliche Beratung

Was tun, wenn Sie sich unsicher sind?

Sie kennen jetzt die fünf häufigsten Fehler. Einer unserer IHK-zertifizierten Fachexperten schaut sich in 20 Minuten gemeinsam mit Ihnen die Details Ihres Vertrags an: Förderhöhe, Garantiezins, Kosten und die Reform-Optionen. Am Ende haben Sie alles, was Sie für eine gute Entscheidung brauchen.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen als Informationsquelle und zur ersten Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle versicherungsfachliche Beratung, Steuer- oder Rechtsberatung. Für eine konkrete Einschätzung Ihrer Situation empfehlen wir eine persönliche Fachberatung.

Quellen: Bundesministerium der Finanzen (BMF), Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Aeiforia-Studie, Gesetz zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (AltvRefG, Mai 2026). Datenstand: Juli 2026.